Bilingual oder bilingual plus?

Fragen an Lore Brendel und Gerhard Obermayr

Lore Brendel leitet zusammen mit Gerhard Obermayr seit 2007 den Campus Erbenheim. Alle Schulformen sind zwischenzeitlich staatlich anerkannt. Mit dem Wahlangebot zwischen G8 und G9 erfüllt die Schule viele Elternwünsche. Aufgrund der starken Nachfrage wird die Realschule ab Klasse 7 unverändert angeboten. Das Gymnasium, Sekundarstufe I, wird – unabhängig ob G8 oder G9 – in den Varianten bilingual oder bilingual plus organisiert. Lore Brendel und Gerhard Obermayr beantworten häufig gestellte Fragen.

Wo haben Sie derzeit den größeren Zulauf – G8 oder G9?

Obermayr: Derzeit entscheiden sich wieder mehr Eltern für G9, die Wahlfreiheit wird häufig als Chance gesehen, dem Kind eine Schule mit weniger Zeitdruck zu ermöglichen. In Zahlen: 70 % wählen G9, 30 % wählen G8.

Halten Sie dennoch an G8 fest?

Obermayr: Auf jeden Fall. Wir haben sehr gute Erfahrungen mit G8 gemacht. Hieraus sind gute Abiturjahrgänge entstanden. Es gibt genügend Schülerinnen und Schüler, die problemlos und sehr zufrieden die Schule in 12 Jahren durchlaufen.

Hat die Realschule neben G9 noch eine Zukunft?

Brendel: Die teilweise Rückkehr zu G9 in Hessen hat die Realschule stark geschwächt. Deshalb haben wir 2012 die Entscheidung getroffen, die Realschule erst ab Klasse 7 anzubieten. Bis dahin hat sich die Schulformeignung bei vielen Schülerinnen und Schülern eindeutig geklärt.

Was sind die Vorteile Ihrer Realschule?

Brendel: Die Realschule ist eine grundsolide Schulform, die in der öffentlichen Diskussion viel zu wenig Beachtung findet. Sie bietet eine bewährte fachdidaktische Konzeption, die Wahlfreiheit der zweiten Fremdsprache und eine landeseinheitliche Abschlussprüfung. Deshalb halten wir an der Realschule ab Klasse 7 fest.

Welcher Unterschied besteht zwischen bilingual und bilingual plus?

Obermayr: Das Bilingual-plus-Konzept steht lernstarken Schülerinnen und Schülern offen, die bereits Englischkenntnisse aus der
Grundschule mitbringen. Der Unterricht wird auf A2-Niveau fortgeführt und zwei Sachfächer – z. B. Biologie und Erdkunde – werden in englischer Sprache unterrichtet. Die normale Bilingual-Stundentafel sieht ein Sachfach in englischer Sprache sowie einen erweiterten Englischunterricht vor. Der Einstieg basiert auf den Kenntnisstand A1.

Können auch G9-Schüler bilingual plus wählen oder nur die G8-Schüler?

Obermayr: Das Bilingual-Plus-Programm hat nichts mit G8 oder G9 zu tun. Maßgeblich sind die schulischen Voraussetzungen, z. B. der Besuch einer bilingualen Grundschule, sowie schulische Leistungen, die Rückschlüsse auf einen hohen Lernerfolg zulassen.

Quelle: Eduaktiv Magazin 1-2014

Aktuelle Ausgabe

Jetzt online im Magazin blättern

Spezialausgabe Business School

Über das Eduaktiv-Magazin

Wir wollen europäische Bildungsthemen stärker ins öffentliche Bewusstsein bringen und uns kritisch, aber auch möglichst konkret mit
Initiativen der europäischen Bildungspolitik auseinandersetzen. Auf unseren Seiten finden Sie Beiträge zu verschiedenen Themen rund
um die Aus- und Weiterbildung in Europa. Dazu gehören Berichte über Studien und Projekte, Rezensionen zu aktuellen Publikationen sowie Sammlungen von interessanten Links zu den einzelnen Themen und Rubriken.

Kontakt & Herausgeber

Dr. Gerhard Obermayr
European Education Circle e. V.
Hohenstaufenstraße 7, D-65189 Wiesbaden

Tel. +49 611 3601539-0
Fax +49 611 3601539-99
E-Mail: obermayr@obermayr.com